Biofilme bestehen aus einer Schleimschicht (Film), in der Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Algen, Pilze, Protozoen) eingebettet sind. Biofilme entstehen, wenn Mikroorganismen sich an Grenzflächen ansiedeln. Sie bilden sich überwiegend in wässrigen Systemen, entweder auf der Wasseroberfläche oder auf einer Grenzfläche zu einer festen Phase.

Grundsätzlich können jedoch alle Grenzflächen von Biofilmen bewachsen werden: zwischen Gas- und Flüssigphasen (z.B. freier Wasserspiegel), Flüssig- und Festphasen (z.B. Kies an der Gewässersohle) oder auch zwischen verschiedenen Flüssigphasen (z.B. Öltröpfchen im Wasser). Die Grenzfläche, auf der sich der Biofilm bildet, nennt man Substratum.

Aufgrund des im Rohrleitungsnetzes vorhandenen Biofilms kann es zu gesundheitlichen Schäden aufgrund der konzentrierten Anhäufung von Bakterien und Mikroorganismen kommen. Biofilme werden im Alltag oft als „Schleimschicht“ oder „Belag“ wahrgenommen. Andere, umgangssprachliche Bezeichnungen sind Aufwuchs, Kahmhaut oder Sielhaut.

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Bakterien leben im Biofilm

Entfernung

Die thermische Desinfektion

Bakterien und andere Mikroorganismen werden bei einer Temperatur von mehr als 70 °C in kurzer Zeit abgetötet. Bei der thermischen Desinfektion wird daher mindestens der Warmwasserbereiter und möglichst das gesamte Leitungsnetz inklusive der Entnahmearmaturen für mindestens drei Minuten auf mehr als 71 °C erwärmt.

Eine periodische Desinfektion (Legionellenschaltung der Regulierventile innerhalb der Zirkulationsleitung, üblicherweise 1 × pro Woche) bei vollem Desinfektionsvolumenstrom mit anschließender Kühlung durch nachströmendes Kaltwasser, lässt eine sichere legionellenfreie Versorgung von Warmwasserverteilungssystemen zu. Allerdings bereitet der – je nach Region ab 60 °C entstehende – Ausfall von Kalk im Leitungsnetz große Probleme, abhängig vom verwendeten Rohrwerkstoff und vom Härtegrad des Frischwassers. Als besonders problematisch erwiesen sich die früher verwendeten Eisenwerkstoffe.

Bei der thermischen Desinfektion in Heimen etc. muss die zeitweise Verbrühungsgefahr an der Entnahmestelle beachtet werden. Die eingestellte Solltemperatur im Warmwasserspeicher einer Heizanlage ohne Zirkulation sollte nicht unter 55 °C liegen. Moderne Heizungssteuerungen für Kleinheizanlagen erhöhen die Speichertemperatur täglich kurzzeitig mindestens einmal oder in kurzen regelmäßigen Abständen.

Die thermische Desinfektion erfasst naturgemäß nur das Warmwassernetz für das Frischwasser. Legionellen können sich aber auch massiv im Kaltwasser vermehren, weil sich in modernen beheizten Gebäuden das Leitungsnetz für das Kaltwasser auf über 20 °C erwärmen kann. Liegen zusätzlich bauliche Mängel vor (zu groß dimensionierte Leitungsrohre, Verlegung in Versorgungssträngen mit schlecht isolierten Warmwasserleitungen oder Heizungsrohren) kann die Kaltwassertemperatur auf über 25 °C ansteigen.

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Höherer Energiebedarf