Dass die Chemikalie Bisphenol A, die in etlichen Plastikflaschen und Verpackungen steckt, damit diese geschmeidig bleiben, gesundheitsschädlich sein könnte, ist von diversen Forschungsinstituten bereits geäußert worden. 2011 hat die Europäische Kommission den Stoff für Babyfläschchen verboten.

Studien weisen darauf hin, dass der Stoff, kurz BPA, Herzkreislauferkrankungen, Brust- und Prostatakrebs sowie neuronale Erkrankungen mitverursachen könnte. Die Verwendung von BPA in Plastikverpackungen für Lebensmittel sollte demnach eingeschränkt werden, empfehlen Forscher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), die „US Food and Drug Administration“ (FDA), die „US National Institutes of Health“ (NIH) und die amerikanische Brustkrebsstiftung haben BPA bereits kritisch bewertet.

Nun deuten Ergebnisse einer weiteren Studie in diese Richtung. Bisphenol A stört die Funktion von Proteinen, die entscheidend für Wachstumsprozesse in Zellen sind. Das berichten Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der bergischen Universität Wuppertal. Bisher ging man davon aus, dass BPA an Hormonrezeptoren bindet und dadurch seine schädliche Wirkung entfaltet.

Hauptbestandteil Erdöl97%
%

Recyclingquote

Weichmacher BPA stört Schalterproteine

PET belastet die Gesundheit

Das Team von Chemikern und Biochemikern entdeckte, dass die Substanz auch auf die sogenannten kleinen GTPasen wirkt, teilt die Ruhr-Universität mit. Kleine GTPasen sind Enzyme, die in zwei Zuständen in der Zelle vorliegen können. Die Schalterproteine sind entscheidend dafür, Signale in der Zelle weiterzuleiten. „Unsere Studie gibt weitere Hinweise darauf, dass die physiologischen Wirkungen des Bisphenol A offenbar noch komplexer sein können als bisher gedacht“, sagt Prof. Raphael Stoll, Leiter der Arbeitsgruppe biomolekulare Spektroskopie der Ruhr-Universität.